Sauberer Strom – ein Genuss

Im luzernischen Emmen arbeiten sie am guten Klima. Und fangen beim eigenen Hausdach an. Strom aus Sonne – wie schön, wie sauber, wie zukunftsträchtig. Entschliesst man sich für den Bau einer Photovoltaik-Anlage, gehört eine Prise Idealismus dazu. Dessen sind sich Madeleine und Markus Forrer bewusst. Es ist eine langfristige Investition, die in ihrem Fall Strom für mehr als eine Generation produziert.

R40Li grast über den Rasen. Ein Blick auf die App bestätigt, er fährt noch eine ganze Weile – mit Strom vom Dach. Unter diesem Hausdach sitzt das Ehepaar Forrer, Madeleine und Markus. Die Englisch-Lehrerin mit einem Studium in Informatik und der Wirtschaftsprüfer sind total die Typen «nette Nachbarn». Sie tanken Sonne in ihrer lauschigen Ecke im Garten, nippen an einem Glas Wein – man würde sich sofort dazusetzen und mitlachen. Madeleine schnappt sich eine Olive, sinniert und erklärt: «Etwas nicht mehr zu wollen, kann bereits der erste Schritt in eine komplett neue Richtung bedeuten. Dann fängt nämlich die Suche nach Alternativen an.» Pragmatisch, dieser Ansatz. Pragmatisch und lösungsorientiert ist das Ehepaar aus Emmen unterwegs.

 

Über den Rasen grasen. Der Rasenroboter erledigt seine Arbeit mit grünem Strom vom Dach.

Klug ersonnen – mit Sonnenergie Strom produzieren

Die beiden wollten ihre alte Ölheizung eliminieren und durch etwas Zeitgemässes ersetzen. «Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte es werden. Da diese aber mehr Strom verbraucht, suchten wir nach einem Weg, unseren Beitrag zur Lösung des Energieproblems zu leisten.» Im Kleinen. Denn nur so geht es. Vom Kleinen ins Grosse. Ihr Nachbar spielt eine tragende Rolle. Er hatte nämlich im Vorjahr eine Photovoltaik-Anlage installieren lassen und ist total begeistert. Forrers lassen sich von der Begeisterung anstecken, fackeln nicht lange herum. «Wir finden, man soll nicht immer nur davon reden, dass man etwas tun sollte …, sondern auch mal danach handeln. Da stand ja nicht bloss die Wärmepumpenheizung im Raum. Wir fahren schon länger Elektroautos …» Natürlich geisterte die Idee für eine Photovoltaikanlage schon zwei, drei Jahre in den Köpfen des Ehepaars herum. Doch als es dann konkret wird, sind sie ziemlich zügig unterwegs. Wenn schon Systemwechsel, dann ökologisch, das ist ihr Ansatz. Photovoltaik verwandelt kostenlose Sonnenstrahlen in sauberen Strom. Es ist quasi die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie. Mit ihrem Heizungsfachmann besprechen sie die Idee. Er zieht mit. Dass Forrers sich für eine Zusammenarbeit mit Solektra entscheiden, «hat so gar nichts Romantisches, sondern war schlicht und einfach pragmatisch», lacht Madeleine. Forrers leben in einem Haus mit Runddach. «Und die runden Panels, die bei unserem Nachbarn verwendet wurden, gab es nicht mehr.» Heinrich Truffer, das Herz und die Seele von Solektra, schickt ihnen Referenzen. Unter anderem von einem Haus mit Runddach in Horw. Dass Forrers die Hausbesitzer kennen und sich mit ihnen austauschen können, beschleunigt den Entscheid. Auf Vergleichsofferten verzichtet das Paar. Man vertraut ganz auf die Empfehlung. «Die Ideen, die Philosophie und das ganze Team von Solektra überzeugten, die Referenz auch. Warum sollten wir also noch weitersuchen?», bringt Markus es auf den Punkt. Ihnen ist wichtig, dass alle Beteiligten gut zusammenarbeiten und alles reibungslos läuft. Pragmatisch eben.

«Bei dem Walliser mit diesem sonnigen Gemüt und seinem Team fühlten wir uns gut aufgehoben».

Da geht die Sonne auf

Natürlich spielt auch die Sympathie eine Rolle. Heinrich Truffer ist ein Vollblut-Solarprofi. Man hat das Gefühl, bei ihm fliesst anstelle von Blut Solarstrom durch die Adern. «Mit welcher Passion er von Solarenergie spricht und argumentiert, das ist fantastisch. Da hat man echt das Gefühl, dass er selbst mit Solarstrom läuft …» Eitel Sonnenschein herrscht aber nicht die ganze Projektzeit hindurch. Im Gegenteil, der Startschuss zieht eher wie zäher Nebel durchs Land. Die Projektpläne sind gezeichnet und beim Bauamt in Emmen eingereicht. Dort ist man skeptisch, ob diese Art von Photovoltaikanlage auf einem Runddach der gewünschten Ästhetik entspricht. «Das wird super!», Solektra lässt sich von der Ursprungsidee nicht abbringen und ist überzeugt, von einem strahlenden Resultat. Es braucht zwei, drei Behördengänge und dann kann man loslegen. Mit etwas Verzögerung zwar, aber immerhin … «Das Solektra-Team machte die Verzögerung wett und legte ein beachtliches Tempo bei der Umsetzung an den Tag.» So produziert die Anlage mit den ersten winterlichen Sonnenstrahlen Strom. Mit der Photovoltaikanlage nehmen Forrers auch ihre Wärmepumpenheizung in Betrieb. Und den Anschluss für die Ladestation, über die sie ihre zwei Elektroautos mit neuer Energie versorgen. «Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man seinen eigenen Strom produziert. Man geniesst jeden Sonnenstrahl doppelt.»

 

Angezapft. Die zwei Elektroautos der Forrers sind mit der Sonne im Tank unterwegs.

Stromverbrauch? Die Sonne bringt es an den Tag

Madeleine ist begeistert und schielt mit einem Auge auf eine App. «Da können wir sehen, wieviel die Anlage aktuell produziert. Oder, wieviel Strom ein Gerät verbraucht.» Das ist ein Nebeneffekt, den sie mehrmals betont. Man wird viel bewusster im Umgang mit Strom. Dass ihr Backofen ein wahrer Energieverbraucher ist, die 26-jährige Abwaschmaschine jedoch mit relativ wenig Strom auskommt, überrascht sie. «Oft überlege ich heute, ob ich dieses oder jenes Gerät wirklich einschalten muss …» Also wirkt die Anlage doppelt. Man produziert seinen eigenen Strom und überdenkt seine Gewohnheiten. Gewohnheiten, ein gutes Stichwort. «Bis die Anlage reibungslos auf die eigenen Abläufe eingestellt ist, braucht es etwas Geduld.» Das Team Solektra steht mit Rat und Tat zur Seite. Das begeistert die Forrers. Auch, dass man sich Zeit nimmt, die technischen Hintergründe und Zusammenhänge einfach und verständlich zu erklären. «Und zwar so oft, bis ich es begriffen hatte», bestätigt Madeleine. «Heinrich fuhr auch mal an einem Samstag zu uns, wenn es etwas zu klären gab.» Jetzt heizen Forrers also tagsüber ihr Haus mit ihrem eigenen Strom, versorgen zwei Autos mit Elektrizität vom Dach, lassen den Rasenroboter über die Wiese surren und beziehen für sämtliche Elektrogeräte im Haus den Strom vom Dach. Reicht dafür die Eigenproduktion aus? «Mehr als das. An Sommertagen produzieren wir überschüssige Energie. Einen Teil können wir für den Durchlauferhitzer verwenden und in gewisser Weise speichern. Der andere Teil wird ins Netz der CKW eingespeist», führt Markus aus. Dafür erhält man einen bescheidenen Betrag vergütet.

 

App-Sicht… hervorragend: Die Produktion ist im grünen Bereich, der Stromverbrauch auch. 

Photovoltaik installieren heisst, über das Dach hinausdenken

In ein solches Projekt zu investieren, zeugt von Weitsicht und Denkweite. «Wir wissen nicht, wie lange wir noch in dem Haus leben. Aber bestimmt haben auch unsere Nachfolger ihre wahre Freude am eigenen Strom.» Sind Forrers Vollblut-Umweltschützer? Beide lachen lauthals. «Nein, das sind wir nicht. Wir sind keine Bilderbuch-Umweltschoner. Aber da wo wir es gut mit uns und unseren Lebensgewohnheiten vereinbaren können, da setzen wir an.» Beide lehnen sich entspannt zurück, lassen ihren Blick schweifen, geniessen den Wein aus sonnengereiften Trauben. Derweil leistet die Sonne ihre Arbeit, liefert Strahl für Strahl Energie für neuen Strom. Und Meierli, wie Forrers ihren Rasenroboter R40Li liebevoll nennen, grast friedlich über den Rasen.

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